Montag, März 26, 2007

Dunkle Vergangenheit: Die Verfolgung der Täufer


Im 16., 17. und 18. Jahrhundert wurde die Konfessionsgruppe der Täufer vor allem in den Kantonen Bern und Zürich von den Obrigkeiten und der Kirche verfemt und verfolgt (auf dem Bild zu sehen ist der Täufer Haslibacher vor einem bernischen Gericht).

Sie weigerten sich, die offiziellen Gottesdienste zu besuchen, schworen keine Eide und trugen keine Waffen. Ausserdem weigerten sie sich unter Androhung von Strafe, ihre Kinder zu taufen. Viele Täufer wanderten in der folge aus, v.a. in die Niederlande und nach Übersee. Andere entzogen sich der Verfolgung durch die Behörden, indem sie sich im Gebiet des heutigen Berner Juras ansiedelten.

Im Emmental, in der Heimat der ältesten noch bestehenden Täufergemeinde, ist am Samstag das Täuferjahr eröffnet worden - kein Jubiläum, sondern einfach ein Programm, mit dem die kleine, während Jahrhunderten verfolgte Minderheit auf ihre Umwelt zugeht. Der Andrang zur Feier in Langnau zeugte nicht nur vom Zusammenhalt der wenige tausend Gläubige zählenden Gemeinschaft, sondern auch von einem Verhältnis zu Landeskirche und Staat, das schon auf kirchlichen Schuldbekenntnissen und Akten der Versöhnung aufbauen kann. Dass in der wie das Kirchgemeindehaus vollbesetzten Kirche nicht zuletzt zwei Chöre der beiden Seiten ihre Stimmen vereinten, ist gewiss ein untrügliches Zeichen.

Zu den Höhepunkten des Täuferjahrs zählen unter anderem die internationalen Tage vom 26. bis 29. Juli. Die Nachkommen Ausgewanderter werden dann die alte Heimat besuchen.

Dunkle Vergangenheit: Die Verfolgung der Täufer


Im 16., 17. und 18. Jahrhundert wurde die Konfessionsgruppe der Täufer vor allem in den Kantonen Bern und Zürich von den Obrigkeiten und der Kirche verfemt und verfolgt (auf dem Bild zu sehen ist der Täufer Haslibacher vor einem bernischen Gericht).

Sie weigerten sich, die offiziellen Gottesdienste zu besuchen, schworen keine Eide und trugen keine Waffen. Ausserdem weigerten sie sich unter Androhung von Strafe, ihre Kinder zu taufen. Viele Täufer wanderten in der folge aus, v.a. in die Niederlande und nach Übersee. Andere entzogen sich der Verfolgung durch die Behörden, indem sie sich im Gebiet des heutigen Berner Juras ansiedelten.

Im Emmental, in der Heimat der ältesten noch bestehenden Täufergemeinde, ist am Samstag das Täuferjahr eröffnet worden - kein Jubiläum, sondern einfach ein Programm, mit dem die kleine, während Jahrhunderten verfolgte Minderheit auf ihre Umwelt zugeht. Der Andrang zur Feier in Langnau zeugte nicht nur vom Zusammenhalt der wenige tausend Gläubige zählenden Gemeinschaft, sondern auch von einem Verhältnis zu Landeskirche und Staat, das schon auf kirchlichen Schuldbekenntnissen und Akten der Versöhnung aufbauen kann. Dass in der wie das Kirchgemeindehaus vollbesetzten Kirche nicht zuletzt zwei Chöre der beiden Seiten ihre Stimmen vereinten, ist gewiss ein untrügliches Zeichen.

Zu den Höhepunkten des Täuferjahrs zählen unter anderem die internationalen Tage vom 26. bis 29. Juli. Die Nachkommen Ausgewanderter werden dann die alte Heimat besuchen.

Sonntag, März 25, 2007

"Männer an die Waschmaschine...."


Mit dieser Forderung hatte Doris Leuthard am Samstag die Lacherinnen auf ihrer Seite. "Power, Punch und Papi hütet" verlangte die Bundesrätin auf einer Frauentagung in St.Gallen. Als ob heute noch überhaupt keine Männer Haushaltaufgaben übernehmen würden. Liebe Frauen, öffnet Eure Augen.

Wir sind uns einig: Eva Herman und Ueli Mauer stehen mit ihrem Retro-Slogan "Frauen an den Herd" quer im 21. Jahrhundert. Es brauche mehr Frauen in der Wirtschaft und der Wissenschaft und mehr Männer in der Kinderbetreuung, beim Kochen und Waschen: Das hat Bundesrätin Doris Leuthard an der 10. Frauen-Vernetzungswerkstatt in St. Gallen gefordert.

2. Aussage: In der Gesellschaft sei wieder ein Trend zu althergebrachten Rollenmodellen statt zur Partnerschaft zwischen Frau und Mann feststellbar, betonte die Vorsteherin des eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD). Ob die Bundesrätin da nicht eine etwas zu dicke Brille auf hat? Ich jedenfalls kenne keinen Mann, der seine Frau oder Partnerin in die alte KKK-Rolle zurückwünscht. Möglicherweise spiegeln die Schlagzeilen der letzten Wochen nicht ganz die Realität wieder.

Der "neuen" Entwicklung müssten die Frauen aktiv entgegenwirken, meinte Leuthard. Dabei gehe es auch darum, gegenüber unterschiedlichen Lebensformen, Rollen und Arbeitsteilungen tolerant zu sein. Dem ist grundsätzlich beizupflichten. Nur: Frauen müssen auch etwas tun, damit sie auf dem Arbeitsmarkt eine Chance haben. "Power, Punch und Positiv denken" könnte man auch dem weiblichen Geschlecht zurufen.

700 Teilnehmerinnen

Am Jubiläumskongress der St. Galler Frauennetzwerke an der Hochschule St. Gallen nahmen 700 Frauen teil. Neben Bundesrätin Doris Leuthard wirkten Referentinnen aus Lehre, Praxis und Politik mit.

Unter ihnen waren die drei St. Galler Regierungsrätinnen Kathrin Hilber, Karin Keller Sutter und Heidi Hanselmann, die Politologin Regula Stämpfli, die Publizistin Yvonne-Denise Köchli, die Philosophin Ursula Pia Jauch, Autorin Verena Kast, Christa Joss, CEO der Alternativen Bank und Monika Wyss, die erste katholische Priesterin der Schweiz.

Würdigung

Autorin Julia Onken würdigte die Verdienste der St. Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter. Als Polizeidirektorin setzte sie durch, dass bei häuslicher Gewalt eine Wegweisung und ein Rückkehrverbot angeordnet werden können. Das Gesetz fand in der ganzen Schweiz Beachtung.

Geehrt wurde auch Erika Bigler als Gründerin der St. Galler Frauen-Vernetzungswerkstatt. Ihr unermüdliches Engagement habe den Kongress zu einem viel beachteten Grossanlass werden lassen, wurde betont.

Bigler erklärte, den Boden zur Erfolgsgeschichte hätten die 75 Organisationen und Institutionen gelegt, aus denen die Frauen-Netzwerke bestünden. Für den Abschluss des Jubiläumskongresses konnte das Leitungsteam die EMMA-Herausgeberin Alice Schwarzer als Gastreferentin gewinnen.

"Männer an die Waschmaschine...."


Mit dieser Forderung hatte Doris Leuthard am Samstag die Lacherinnen auf ihrer Seite. "Power, Punch und Papi hütet" verlangte die Bundesrätin auf einer Frauentagung in St.Gallen. Als ob heute noch überhaupt keine Männer Haushaltaufgaben übernehmen würden. Liebe Frauen, öffnet Eure Augen.

Wir sind uns einig: Eva Herman und Ueli Mauer stehen mit ihrem Retro-Slogan "Frauen an den Herd" quer im 21. Jahrhundert. Es brauche mehr Frauen in der Wirtschaft und der Wissenschaft und mehr Männer in der Kinderbetreuung, beim Kochen und Waschen: Das hat Bundesrätin Doris Leuthard an der 10. Frauen-Vernetzungswerkstatt in St. Gallen gefordert.

2. Aussage: In der Gesellschaft sei wieder ein Trend zu althergebrachten Rollenmodellen statt zur Partnerschaft zwischen Frau und Mann feststellbar, betonte die Vorsteherin des eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD). Ob die Bundesrätin da nicht eine etwas zu dicke Brille auf hat? Ich jedenfalls kenne keinen Mann, der seine Frau oder Partnerin in die alte KKK-Rolle zurückwünscht. Möglicherweise spiegeln die Schlagzeilen der letzten Wochen nicht ganz die Realität wieder.

Der "neuen" Entwicklung müssten die Frauen aktiv entgegenwirken, meinte Leuthard. Dabei gehe es auch darum, gegenüber unterschiedlichen Lebensformen, Rollen und Arbeitsteilungen tolerant zu sein. Dem ist grundsätzlich beizupflichten. Nur: Frauen müssen auch etwas tun, damit sie auf dem Arbeitsmarkt eine Chance haben. "Power, Punch und Positiv denken" könnte man auch dem weiblichen Geschlecht zurufen.

700 Teilnehmerinnen

Am Jubiläumskongress der St. Galler Frauennetzwerke an der Hochschule St. Gallen nahmen 700 Frauen teil. Neben Bundesrätin Doris Leuthard wirkten Referentinnen aus Lehre, Praxis und Politik mit.

Unter ihnen waren die drei St. Galler Regierungsrätinnen Kathrin Hilber, Karin Keller Sutter und Heidi Hanselmann, die Politologin Regula Stämpfli, die Publizistin Yvonne-Denise Köchli, die Philosophin Ursula Pia Jauch, Autorin Verena Kast, Christa Joss, CEO der Alternativen Bank und Monika Wyss, die erste katholische Priesterin der Schweiz.

Würdigung

Autorin Julia Onken würdigte die Verdienste der St. Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter. Als Polizeidirektorin setzte sie durch, dass bei häuslicher Gewalt eine Wegweisung und ein Rückkehrverbot angeordnet werden können. Das Gesetz fand in der ganzen Schweiz Beachtung.

Geehrt wurde auch Erika Bigler als Gründerin der St. Galler Frauen-Vernetzungswerkstatt. Ihr unermüdliches Engagement habe den Kongress zu einem viel beachteten Grossanlass werden lassen, wurde betont.

Bigler erklärte, den Boden zur Erfolgsgeschichte hätten die 75 Organisationen und Institutionen gelegt, aus denen die Frauen-Netzwerke bestünden. Für den Abschluss des Jubiläumskongresses konnte das Leitungsteam die EMMA-Herausgeberin Alice Schwarzer als Gastreferentin gewinnen.

Samstag, März 24, 2007

Hunger und Armut in der Schweiz


Als ich heute im Migros-Restaurant zu Mittag ass, setzte sich eine jüngere Frau neben mich. Vor ihr ein Teller mit drei Brotscheiben (à 60 Rappen) und ein Glas Wasser. Ich wünschte Ihr einen guten Appetit. Weil ich offenbar komisch dreinblickte, bekräftigte die Sitznachbarin: "Ja, das isch mis Zmittag. Für meh längt s Gäld nid." Ich vor Schweinsgeschnetzeltem sweet-sour, sie vor trockenem Brot. Mir verschlug es die Sprache. Und der Appetit war auch dahin.

Die Begegnung erinnerte mich daran, dass es auch in der Schweiz noch Armut gibt. Falls mir die Frau nichts vorspielte.

Jawohl: Armut in der reichen Schweiz ist ein gesellschaftlicher Skandal. Die hohe Lebensqualität gilt nicht für alle. Jede siebte Person in der Schweiz kann die Existenz nicht aus eigener Kraft sichern. Armut wird in der Schweiz verschwiegen, übersehen, verharmlost. Entsprechend ist das allgemeine Wissen zum Thema bescheiden. Wer sind die Betroffenen? Was sind die Ursachen? Wie steht die Schweiz im internationalen Vergleich da?

Caritas hat zu dem Thema ein «Handbuch Armut in der Schweiz» verfasst. Das Werk bietet einen kompakten Überblick über das bestehende Wissen zum Thema. Verständliche Begriffsdefinitionen und anschauliche Darstellungen tragen dazu bei, dass die Mechanismen von Armut und sozialer Sicherheit auch über Fachkreise hinaus verstanden werden können. Das Handbuch zeigt Wege auf für eine Schweiz, die soziale Sicherheit für alle bietet. Das Handbuch Armut wird an den Hochschulen für Soziale Arbeit in Zürich und Luzern als Lehrbuch eingesetzt. Das Handbuch Armut erscheint im Frühjahr 2007 auch in französischer Sprache. (25.3.07)

Hunger und Armut in der Schweiz


Als ich heute im Migros-Restaurant zu Mittag ass, setzte sich eine jüngere Frau neben mich. Vor ihr ein Teller mit drei Brotscheiben (à 60 Rappen) und ein Glas Wasser. Ich wünschte Ihr einen guten Appetit. Weil ich offenbar komisch dreinblickte, bekräftigte die Sitznachbarin: "Ja, das isch mis Zmittag. Für meh längt s Gäld nid." Ich vor Schweinsgeschnetzeltem sweet-sour, sie vor trockenem Brot. Mir verschlug es die Sprache. Und der Appetit war auch dahin.

Die Begegnung erinnerte mich daran, dass es auch in der Schweiz noch Armut gibt. Falls mir die Frau nichts vorspielte.

Jawohl: Armut in der reichen Schweiz ist ein gesellschaftlicher Skandal. Die hohe Lebensqualität gilt nicht für alle. Jede siebte Person in der Schweiz kann die Existenz nicht aus eigener Kraft sichern. Armut wird in der Schweiz verschwiegen, übersehen, verharmlost. Entsprechend ist das allgemeine Wissen zum Thema bescheiden. Wer sind die Betroffenen? Was sind die Ursachen? Wie steht die Schweiz im internationalen Vergleich da?

Caritas hat zu dem Thema ein «Handbuch Armut in der Schweiz» verfasst. Das Werk bietet einen kompakten Überblick über das bestehende Wissen zum Thema. Verständliche Begriffsdefinitionen und anschauliche Darstellungen tragen dazu bei, dass die Mechanismen von Armut und sozialer Sicherheit auch über Fachkreise hinaus verstanden werden können. Das Handbuch zeigt Wege auf für eine Schweiz, die soziale Sicherheit für alle bietet. Das Handbuch Armut wird an den Hochschulen für Soziale Arbeit in Zürich und Luzern als Lehrbuch eingesetzt. Das Handbuch Armut erscheint im Frühjahr 2007 auch in französischer Sprache. (25.3.07)

Montag, März 19, 2007

Politik per Zeichenstift aus drei Ländern


aktuell_actuel ist eine Ausstellung, die sich auf die tagesaktuellen, politischen Zeichnungen in verschiedenen grossen Tageszeitungen konzentriert. Von den Zeitungen und ihren Künstlern werden die jeweils zu Tagesaktualitäten publizierten Werke an das Museum weitergeleitet und dort präsentiert.

Für dieses Experiment konnte die Kooperation folgender Zeitungen gewonnen werden: Basler Zeitung, Der Bund in Bern, Le Temps in Genf, Le Monde in Paris, L'Alsace in Mulhouse, die Süddeutsche Zeitung in München und die Badische Zeitung in Freiburg im Breisgau.

Im Verlauf einer Woche werden von Peter Schrank, Orlando Eisenmann, Patrick Chappatte, Carlos Brito, Jean-François Mattauer, Pepsch Gottscheber und Horst Haitzinger jeweils eine aktuelle Arbeit neu ausgestellt. Analog zur Politik ändert sich die Ausstellung in ihrer Erscheinung und Aussage jeweils wöchentlich.

Karikaturen haben das brisante Potenzial, aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft exakt auf den Punkt zu bringen und kritisch zu kommentieren. Im Gegensatz zu Leitartikeln und Berichten benötigen sie nur ein Bild mit gekonnt-gesetzten Strichen und allenfalls einige wenige Worte, um ihre Aussagen zu transportieren.

In dieser Ausstellung können in der Wahl der Themenschwerpunkte wie im Nebeneinander der verschiedenen Zeichenstile nationale Unterschiede entdeckt werden. Eigenheiten und Vorlieben von Schweizern, von Deutschen und von Franzosen prägen das Œuvre des einzelnen Künstlers.
Zusätzlich zu den aktuellen Karikaturen sind charakteristische Arbeiten der Zeichner zu sehen.

17. März – 23. September 2007
Karikatur & Cartoon Museum Basel
St. Alban-Vorstadt 28
CH-4052 Basel

Tel. +41 (0)61 226 33 60
Fax +41 (0)61 226 33 61

Politik per Zeichenstift aus drei Ländern


aktuell_actuel ist eine Ausstellung, die sich auf die tagesaktuellen, politischen Zeichnungen in verschiedenen grossen Tageszeitungen konzentriert. Von den Zeitungen und ihren Künstlern werden die jeweils zu Tagesaktualitäten publizierten Werke an das Museum weitergeleitet und dort präsentiert.

Für dieses Experiment konnte die Kooperation folgender Zeitungen gewonnen werden: Basler Zeitung, Der Bund in Bern, Le Temps in Genf, Le Monde in Paris, L'Alsace in Mulhouse, die Süddeutsche Zeitung in München und die Badische Zeitung in Freiburg im Breisgau.

Im Verlauf einer Woche werden von Peter Schrank, Orlando Eisenmann, Patrick Chappatte, Carlos Brito, Jean-François Mattauer, Pepsch Gottscheber und Horst Haitzinger jeweils eine aktuelle Arbeit neu ausgestellt. Analog zur Politik ändert sich die Ausstellung in ihrer Erscheinung und Aussage jeweils wöchentlich.

Karikaturen haben das brisante Potenzial, aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft exakt auf den Punkt zu bringen und kritisch zu kommentieren. Im Gegensatz zu Leitartikeln und Berichten benötigen sie nur ein Bild mit gekonnt-gesetzten Strichen und allenfalls einige wenige Worte, um ihre Aussagen zu transportieren.

In dieser Ausstellung können in der Wahl der Themenschwerpunkte wie im Nebeneinander der verschiedenen Zeichenstile nationale Unterschiede entdeckt werden. Eigenheiten und Vorlieben von Schweizern, von Deutschen und von Franzosen prägen das Œuvre des einzelnen Künstlers.
Zusätzlich zu den aktuellen Karikaturen sind charakteristische Arbeiten der Zeichner zu sehen.

17. März – 23. September 2007
Karikatur & Cartoon Museum Basel
St. Alban-Vorstadt 28
CH-4052 Basel

Tel. +41 (0)61 226 33 60
Fax +41 (0)61 226 33 61

Sonntag, März 18, 2007

Das Höhlengleichnis


Das Höhlengleichnis ist eines der bekanntesten Gleichnisse des antiken griechischen Philosophen Platon (427 v. Chr. bis 347 v. Chr.) aus dem siebten Buch seines Hauptwerkes Politeia (Pol 514a–517a), dessen Abfassung auf das Jahr 370 v. Chr. geschätzt wird. Das Höhlengleichnis dient, wie auch die anderen Lehrbeispiele Platons, bis heute als Standardlehrbeispiel zur Einführung in die Philosophie, genauer hierbei in die Erkenntnistheorie als eine der Hauptsäulen der Philosophie. Platons Lehrer Sokrates verdeutlicht darin dem fiktiven Gesprächspartner Glaukon den Bildungsweg des Philosophen. Eingebettet ist dieses Gleichnis in die Frage Glaukons nach dem Wesen des Guten und in den Kontext der beiden vorhergehenden Gleichnisse, das Sonnengleichnis und das Liniengleichnis, die beide das Verständnis des Höhlengleichnisses vorbereiten.

Inhalt des Gleichnisses


Platon beschreibt einige Menschen, die sie in einer unterirdischen Höhle von Kindheit an so festgebunden sind, dass sie weder ihre Köpfe noch ihre Körper bewegen können, und deshalb immer nur auf die ihnen gegenüber liegende Höhlenwand blicken. Licht haben sie von einem Feuer, das hinter ihnen brennt. Zwischen dem Feuer und ihren Rücken werden Bilder und Gegenstände vorbeigetragen, die Schatten an die Wand werfen. Die „Gefangenen“ können nur diese Schatten der Gegenstände sowie ihre eigenen Schatten und die ihrer Mitgefangenen wahrnehmen. Wenn die Träger der Gegenstände sprechen, hallt es von der Wand so zurück, als ob die Schatten selber sprächen. Da sich die Welt der Gefangenen auschließlich um diese Schatten dreht, deuten und benennen sie diese, als handelte es sich bei diesen um die wahre Welt.

Platon (bzw. Sokrates) fragt nun, was passieren würde, wenn man einen Gefangenen entfesselte und ihn dann zwingen würde, sich umzudrehen. Zunächst würden seine Augen wohl schmerzlich vom Feuer geblendet werden und die Figuren würden zunächst weniger real erscheinen als zuvor die Schatten an der Wand. Er würde wieder zurück an seinen angestammten Platz wollen, an dem er deutlicher sehen kann.

Weiter fragt Platon, was passieren würde, wenn man den Befreiten nun mit Gewalt, die man jetzt wohl anwenden müsste, an das Sonnenlicht brächte. Er würde auch hier zuerst von der Sonne geblendet werden und könnte im ersten Moment nichts erkennen. Während sich seine Augen aber langsam an das Sonnenlicht gewöhnten, würden zuerst dunkle Formen wie Schatten und nach und nach auch hellere Objekte bis hin zur Sonne selbst erkennbar werden. Der Mensch würde letztendlich auch erkennen, dass Schatten durch die Sonne geworfen werden.

Erleuchtet würde er zu den anderen zurückkehren wollen, um über seine Erkenntnis zu berichten. Da sich seine Augen nun umgekehrt erst wieder an die Dunkelheit gewöhnen müssten, könnte er (zumindest anfangs) die Schattenbilder nicht erkennen und gemeinsam mit den anderen deuten. Aber nachdem er die Wahrheit erkannt habe, würde er das auch nicht mehr wollen. Seine Mitgefangenen würden ihn als Geblendeten wahrnehmen und ihm keinen Glauben schenken: Man würde ihn auslachen und „von ihm sagen, er sei mit verdorbenen Augen von oben zurückgekommen“. Damit ihnen nicht dasselbe Schicksal zukäme, würden sie von nun an jeden umbringen, der sie „lösen und hinaufbringen“ wollte.

Deutung des Gleichnisses


Platon veranschaulicht durch sein Gleichnis, dass der gewöhnliche Mensch im Alltag wie in einer Höhle lebt. Denn die Dinge, die er als real wahrnimmt, sind Platons Ideenlehre zufolge in Wahrheit nur Schatten und Abbildungen des wahren Seienden. Die Höhle im Gleichnis steht für unsere sinnlich wahrnehmbare Welt, der harte Aufstieg des Höhlenbewohners für den Weg der Seele hinauf bis zur Erkenntnis des tatsächlichen Zentrums des Seins: der Idee des Guten, die im Gleichnis durch die Sonne repräsentiert ist. Es geht im Höhlengleichnis also darum, die Denkkraft nicht auf das sinnlich Wahrnehmbare der uns unmittelbar umgebenden Welt zu lenken, sondern auf das, was hinter dieser Welt steht bzw. der ideelle Ursprung dieser Welt.

Das Ende des Höhlengleichnisses nimmt Bezug auf das Ende des Sokrates, der von den Athenern für seine philosophische Tätigkeit zum Tode verurteilt worden ist. (Quelle: Wikipedia, 18.3.07)

Das Höhlengleichnis


Das Höhlengleichnis ist eines der bekanntesten Gleichnisse des antiken griechischen Philosophen Platon (427 v. Chr. bis 347 v. Chr.) aus dem siebten Buch seines Hauptwerkes Politeia (Pol 514a–517a), dessen Abfassung auf das Jahr 370 v. Chr. geschätzt wird. Das Höhlengleichnis dient, wie auch die anderen Lehrbeispiele Platons, bis heute als Standardlehrbeispiel zur Einführung in die Philosophie, genauer hierbei in die Erkenntnistheorie als eine der Hauptsäulen der Philosophie. Platons Lehrer Sokrates verdeutlicht darin dem fiktiven Gesprächspartner Glaukon den Bildungsweg des Philosophen. Eingebettet ist dieses Gleichnis in die Frage Glaukons nach dem Wesen des Guten und in den Kontext der beiden vorhergehenden Gleichnisse, das Sonnengleichnis und das Liniengleichnis, die beide das Verständnis des Höhlengleichnisses vorbereiten.

Inhalt des Gleichnisses


Platon beschreibt einige Menschen, die sie in einer unterirdischen Höhle von Kindheit an so festgebunden sind, dass sie weder ihre Köpfe noch ihre Körper bewegen können, und deshalb immer nur auf die ihnen gegenüber liegende Höhlenwand blicken. Licht haben sie von einem Feuer, das hinter ihnen brennt. Zwischen dem Feuer und ihren Rücken werden Bilder und Gegenstände vorbeigetragen, die Schatten an die Wand werfen. Die „Gefangenen“ können nur diese Schatten der Gegenstände sowie ihre eigenen Schatten und die ihrer Mitgefangenen wahrnehmen. Wenn die Träger der Gegenstände sprechen, hallt es von der Wand so zurück, als ob die Schatten selber sprächen. Da sich die Welt der Gefangenen auschließlich um diese Schatten dreht, deuten und benennen sie diese, als handelte es sich bei diesen um die wahre Welt.

Platon (bzw. Sokrates) fragt nun, was passieren würde, wenn man einen Gefangenen entfesselte und ihn dann zwingen würde, sich umzudrehen. Zunächst würden seine Augen wohl schmerzlich vom Feuer geblendet werden und die Figuren würden zunächst weniger real erscheinen als zuvor die Schatten an der Wand. Er würde wieder zurück an seinen angestammten Platz wollen, an dem er deutlicher sehen kann.

Weiter fragt Platon, was passieren würde, wenn man den Befreiten nun mit Gewalt, die man jetzt wohl anwenden müsste, an das Sonnenlicht brächte. Er würde auch hier zuerst von der Sonne geblendet werden und könnte im ersten Moment nichts erkennen. Während sich seine Augen aber langsam an das Sonnenlicht gewöhnten, würden zuerst dunkle Formen wie Schatten und nach und nach auch hellere Objekte bis hin zur Sonne selbst erkennbar werden. Der Mensch würde letztendlich auch erkennen, dass Schatten durch die Sonne geworfen werden.

Erleuchtet würde er zu den anderen zurückkehren wollen, um über seine Erkenntnis zu berichten. Da sich seine Augen nun umgekehrt erst wieder an die Dunkelheit gewöhnen müssten, könnte er (zumindest anfangs) die Schattenbilder nicht erkennen und gemeinsam mit den anderen deuten. Aber nachdem er die Wahrheit erkannt habe, würde er das auch nicht mehr wollen. Seine Mitgefangenen würden ihn als Geblendeten wahrnehmen und ihm keinen Glauben schenken: Man würde ihn auslachen und „von ihm sagen, er sei mit verdorbenen Augen von oben zurückgekommen“. Damit ihnen nicht dasselbe Schicksal zukäme, würden sie von nun an jeden umbringen, der sie „lösen und hinaufbringen“ wollte.

Deutung des Gleichnisses


Platon veranschaulicht durch sein Gleichnis, dass der gewöhnliche Mensch im Alltag wie in einer Höhle lebt. Denn die Dinge, die er als real wahrnimmt, sind Platons Ideenlehre zufolge in Wahrheit nur Schatten und Abbildungen des wahren Seienden. Die Höhle im Gleichnis steht für unsere sinnlich wahrnehmbare Welt, der harte Aufstieg des Höhlenbewohners für den Weg der Seele hinauf bis zur Erkenntnis des tatsächlichen Zentrums des Seins: der Idee des Guten, die im Gleichnis durch die Sonne repräsentiert ist. Es geht im Höhlengleichnis also darum, die Denkkraft nicht auf das sinnlich Wahrnehmbare der uns unmittelbar umgebenden Welt zu lenken, sondern auf das, was hinter dieser Welt steht bzw. der ideelle Ursprung dieser Welt.

Das Ende des Höhlengleichnisses nimmt Bezug auf das Ende des Sokrates, der von den Athenern für seine philosophische Tätigkeit zum Tode verurteilt worden ist. (Quelle: Wikipedia, 18.3.07)